Vitafy: Ernährungs-Start-up erhält zehn Millionen für Eigenmarken

Nach dem Ausstieg von Investor ProSiebenSat.1 hat der Onlinehändler Vitafy wieder Investoren auf den Geschmack gebracht. Eine kräftige Finanzspritze soll neue Kunden anziehen.

Mit zehn Millionen Euro an frischem Kapital will das Start-up Vitafy neue Handelspartner für seinen Online-Shop gewinnen – und die Bekanntheit seiner Eigenmarken steigern. Die Münchener verkaufen Fitness- und Diätprodukte sowie Nahrungsergänzungsmittel im Internet. Abnehm-Shakes, Proteinpulver und Superfood kommen bei den Hauptinvestoren der aktuellen Finanzierungsrunde, Cipio Partners und Venture Stars aus der bayerischen Hauptstadt, offenbar gut an. Dabei hat die 2013 gegründete Firma turbulente Monate hinter sich.

Erst im August hat Investor ProSiebenSat.1 bekanntgeben, sich aus der Beteiligung zurückzuziehen und seine Anteile am Start-up zu verkaufen. Medienberichten zufolge hat Vitafy Verluste in Millionenhöhe eingefahren. Nun soll die Finanzspritze dabei helfen, die eigenen Marken zu stärken und sowohl im Internet als auch im Laden neue Kunden anzuziehen. Von Kooperationen mit bekannten Händlern wie den Drogerieketten DM und Rossmann sowie dem Biomarkt Alnatura erhofft sich die junge Firma eine größere Reichweite. Im Biosegment setzt Vitafy auf die Marke Wyld, unter dem Namen Loca vertreibt das Start-up Low-Carb-Produkte.

Online führt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Tausend Produkte. Der Jahresumsatz für das laufende Jahr soll im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Vitafy-Geschäftsführer Georg Bader sieht laut einer Presseinformation gute Chancen auf Wachstum im Markt für Ernährung und Fitness: „Wir sind uns sicher, dass wir mit Cipio Partners unser Wachstum, insbesondere im Hinblick auf das Eigenmarkensortiment, noch stärker vorantreiben und so zu einem der führenden Anbieter für gesunde, funktionale Ernährung werden.“

Food-Trends ziehen viele Gründer an

Nach dem Ausstieg von ProSiebenSat.1 stellt sich der neue Investmentpartner an der Seite von Altgesellschafter Venture Stars hinter die E-Commerce-Strategie der jungen Firma: „Das Gespür für Trends hilft dem Unternehmen, sich stetig weiterzuentwickeln, sich auch im stationären Handel weiter zu etablieren und gleichzeitig nachhaltiger zu wachsen als viele Wettbewerber“, lässt sich Alexander Brand, Venture Partner bei Cipio Partners, zitieren.

Der Konkurrenzdruck unter Start-ups aus dem Ernährungs- und Gesundheitsbereich nimmt zu. Junge Firmen wie Trinkkost aus Köln spezialisieren sich etwa auf Drinks als Ersatz für Mahlzeiten, Runtime aus Berlin setzt auf Sportlernahrung. Mutiger zeigen sich etwa die Gründer von Bugfoundation aus Osnabrück, die Burger aus Buffalowürmern herstellen. Die Gründerinnen von Vegdog aus München haben sich im November mit veganem Hundefutter in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ präsentiert.

Quelle: https://gruender.wiwo.de/vitafy-ernaehrungs-start-up-erhaelt-zehn-millionen-fuer-eigenmarken/